THE EARLY BIRD ...
Viele Ragas sind stark zeit- oder situationsbezogen und musikalische Übersetzungen der emotionalen Qualität eines bestimmten Moments. es gibt sie für gewisse Jahreszeiten, für Stimmungen wie etwa in der Regenzeit und auch für die einzelnen abschnitte von tag und Nacht. zu einem Bhatiyar oder Lalit - das sind die Ragas für Morgendämmerung und Sonnenaufgang - lädt Ashwini Bhide Deshpande und ihr Ensemble auf den Mönchsberg über den Dächern der Stadt.
Als Grande Dame des nordindischen Khayal, dem im Gegensatz zum Dhrupad weniger reglementierten Gesangsstil, nutzt sie diesen Freiraum meisterhaft für Inspiration und Imagination. ihre exzellente, drei Oktaven umfassende Technik und ihr gefühlvolles nachempfinden der Liedtexte, die göttliche und weltliche liebe preisen, machen die suggestive, berauschende Qualität indischer Musik in besonderem maß erlebbar. ihr langjähriges Studium der grundlegenden "Grammatik" eines Ragas befähigt sie, aus dessen Grundstrukturen auszubrechen: mit Anmut und Leichtigkeit improvisiert sie über den Grundtönen und entdeckt dabei neue Qualitäten dieser musikalischen Form. Ashwini Bhide Deshpande ist aber nicht nur Interpretin, sondern auch Komponistin. sie hat zahlreiche Lieder im Kanon der Hindustani Musik veröffentlicht und mit Ravi Shankar an der Musik zu Richard Attenboroughs film Ghandi gearbeitet. und ihr Studium mag als beweis für die oft postulierte enge Verbindung von Musik und Naturwissenschaft gelten: ihr Doktorat hat sie als Biochemikerin gemacht.
"it is no longer possible to be either your guru's replica, or a totally original musician. we start with something we inherit, keep absorbing other influences, and shape our individuality as we go along. what matters ultimately is how we put it all together."
Ashwini Bhide Deshpande
Ashwini Bhide Deshpande, Gesang und Tampura
V. Shirodkar, Tabla (trommel)
S. Shirodkar, Harmonium
Das Konzertticket beinhaltet ein indisches Frühstücksbuffet nach der Aufführung.
Bei Schlechtwetter findet die Veranstaltung um 21:00 Uhr im Republic statt.
Motto: FREMDE NÄHE



